Evidenzbasiertes Arbeiten in der Physio- und Ergotherapie: Reflektiert – Systematisch – Wissenschaftlich fundiert — Rezension

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Ergotherapie, Physiotherapie, Studium, Wissenschaft

von Sabine Mangold, 2013

FÜR WEN IST DAS WAS?

Motivierte Ergotherapeuten, die ihre Praxis an einer wissenschaftlich untersuchten Expertise ausrichten wollen – und für die, die einen Begleiter auf dem Weg durch den „Forschungsdschungel“ suchen. Studierenden kann dieses Buch ein großer Helfer in der Auswahl eigener Studienmodelle/Testentwürfe sein. Kleiner Tipp zur Selbsteinschätzung: Wer die Begriffe „evidenzbasierte Praxis“, „Validität“ und „Objektivität“ nicht mit eigenen Worten definieren kann, sollte definitiv einen Blick hinein werfen!

 

INHALT

Der Anfang des Buches bietet eine theoretischen Einleitung in die „Methoden des evidenzbasierten Arbeitens“, die „reflektierte Praxis“, “systemische Beobachtungen am Patient“ und die „Herkunft der evidenzbasierten Praxis“.

Danach werden detailliert die Schritte zur Studiensammlung erläutert (Literaturrecherche, Bewertung und Auswahl der Studien), ebenso verschiedene Testdesigns.
Hinweis: Das Inhaltsverzeichnis ist frei einsehbar, sowohl bei Amazon als auch bei google books.

Im Kapitel „Wirksamkeit einer Therapie“ wird u.a. diskutiert, wie relevant die Evidenz zur Wirksamkeit  einer Therapie  ist und wie die Umsetzung in die Praxis aussehen kann.  Allgemein erhält das Thema „Anwendung in der Praxis“ einen relevanten Stellenwert.

Beispiele und Fallbeispiele bieten Abwechslung von schwer greifbarer Theorie und veranschaulichen die Standpunkte der vorangegangenen Textabschnitte.

Das zugegebenermaßen sehr wissenschaftliche Thema ist verständlich aufgearbeitet und bietet eine Rundum-Übersicht über die wissenschaftliche Landschaft der Therapieberufe.

 

PREIS-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS

Mit 23 Kapiteln auf knapp 300 Seiten kostet das Werk in gebundener Form rund 30€. Ein fairer Preis im Hinblick auf den geballten Inhalt. Anschaffen lohnt sich besonders für Praxen und Kliniken, oder im studentischen Rahmen, wenn mehr als eine Person von dem Buch profitieren kann. Als Nachschlagewerk zum Thema EBP ist es allemal hilfreich.

 

PERSÖNLICHES FAZIT

Das Buch ist beginnerfreundlich geschrieben und unterstützt den Leser, Wissen zu finden, das seine Arbeit wissenschaftlich fundiert. Mit einem Kapitel zum Thema „Warum die Therapeutenberufe Wissenschaft brauchen“ (das ist nicht der Originaltitel) liefern die Autoren direkt zum Auftakt eine Begründung für die Notwendigkeit des Buches. Dem Bestreben, die eigenen Therapien so effizient wie möglich zu gestalten, sollte jeder Therapeut folgen und das Buch bietet einen gewissen Leitfaden dazu, speziell mit seinen Hinweisen für die Praxis. Dennoch wird es wohl noch einige Zeit brauchen, bis die EBP in allen ergotherapeutischen Abteilungen Einzug gehalten hat. EBP ist jedoch unverzichtbar, wenn sich die Ergotherapie als Ganzes weiter professionalisieren und von anderen Berufsgruppen, speziell der Ärzteschaft und dem Krankenkassenwesen, mit anderen Augen gesehen werden möchte.

Eigene Meinung? Hilfreiche, weiterführende Literatur? Ab in die Kommentare!

 

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