Therapie-Geschichten #1

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Das große Nichtstun.

Das große Nichtstun

/// Ziel: So viel wie möglich aus einer Zeitschrift herausholen.

**Anmerkung: Das wird ein langer, ein sehr langer Blogpost. Muss allerdings so sein, denn so viele Gedankenschritte, Aussagen und Erkenntnisse wie möglich sollen festgehalten werden – denn das zählt ja auch zur praktischen Achtsamkeit hinzu.
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Ergotherapie-Projekt im Rahmen der psychisch-funktionellen Gruppenbehandlung.

Muße und Achtsamkeit sind in unserer digitalen Hochgeschwindigkeitsgesellschaft die angepriesenen Allheilmittel. Die Nachrichten und Zeitschriften sind voll davon! „Mut zur Langsamkeit“ ist nicht nur der Titel des 5. Gesundheitstages der Heilpraktiker, sondern eine hochspannende Herausforderung in unserer modernen, von Superlativen geprägten Zeit.

Es muss nicht immer ein Burnout sein, der zum Innehalten und Neuordnen zwingt. Häufig reicht schon ein erhöhter, als negativ empfundener Stresspegel, um Symptome zu verschlimmern und einem „den Tag zu versauen“. Selbstachtsamkeit und ein verringertes Alltags-Tempo wird vielen Patienten „verschrieben“, häufig fehlt aber eine alltagstaugliche Anleitung, wie das überhaupt gehen soll.

Also, fangen wir vorne an.

// Was ist Achtsamkeit?

„Achtsamkeit ist eine Qualität des menschlichen Bewusstseins, eine besondere Form von Aufmerksamkeit. Es handelt sich dabei um einen klaren Bewusstseinszustand, der es erlaubt, jede innere und äußere Erfahrung im gegenwärtigen Moment vorurteilsfrei zu registrieren und zuzulassen. Mit zunehmender Achtsamkeit reduzieren sich gewohnheitsmäßige automatische und unbewusste Reaktionen auf das gegenwärtige Erleben, was zu einem hohen Maß an situationsadäquatem, authentischem und selbstbewusstem Handeln führt.“ Zitat dfme.

Ein Thema, das auch für Therapeuten wichtig ist, daher hier zwei Buchtipps:

//Teilnehmerstimmen:

„Achtsamkeit heißt für mich, dass ich im Hier und jetzt bleibe und meinen Kopf nicht zu weit vorauspreschen lasse.“

„Achtsam bin ich dann, wenn ich einfach nur ich sein kann, mit allem was dazugehört und ganz ohne Bewertung.“

„Wenn ich einen Teller mit Torte und eine Tasse Tee ins Wohnzimmer trage, stolpere und mir die Torte auf den Boden knallt, dann will ich fluchen – über mich, den dummen Teller, meine Tollpatschigkeit. Achtsam sein heißt für mich, in diesem Moment nicht die ganze Welt zu verfluchen, sondern möglichst viel der Torte zu retten, sauber zu machen und dann die paar übrigen Gabeln besonders zu genießen.“

Wie kann Achtsamkeit im Rahmen der ambulanten Gruppentherapie als Projekt umgesetzt werden? In welchen Momenten empfinden Sie sich als besonders achtsam?

Genau diese Frage stellte ich in die eher gelangweilt dreinschauende, 5-köpfige Teilnehmergruppe, die montagsmorgens mit mir am Tisch saß. Allesamt therapieerfahren, können wir auf stolze 25 Jahre persönliche Behandlungsgeschichte zurückblicken (wenn wir alle aufsummieren). „Also ich genieße es immer, im Wartezimmer bei meinem Psychiater in den Schundblättchen zu lesen. Drama ohne Ende, aber doch nichts weltbewegendes, das mir die Laune verderben könnte. Danach denke ich mir immer: Du bist nicht die einzige Bescheuerte auf dieser Welt… das tut mir gut.“ Wie von selbst kam nun das Gespräch in Gang. „Probierst du zu Hause auch immer die Rezepte aus? Ich finde das immer sehr inspirierend!“ „Ich und kochen?! Wo denkst du denn hin?!!!“ Eine dritte Person: „Also ich muss sagen, ich habe nie genug Zeit, um das Heft komplett durchzuackern, jetzt wo wir davon sprechen. Eigentlich schade.“ „Naja, so viel verpasst du nun auch wieder nicht. Sind ja nur Schundblättchen, was soll man damit schon sinnvolles anstellen?“ Naja… wer mich kennt weiß, zu sowas fällt mir immer etwas ein.

Und damit war die Idee geboren. Was wäre, wenn wir als Gruppe uns ein Heft vornehmen und versuchen, möglichst alles daran und daraus zu nutzen, um uns in „Muße und Langsamkeit“ zu üben, „so viel wie möglich an Potential und Ideen auszuschöpfen“ mit „so wenig finanziellem Input wie möglich“ (das Geld ist häufig knapp).

Die BRIGITTE im Psychiatrie-Test

 

Projektübersicht

Zeitschrift der Wahl war (weil sie mir gerade aus meiner Brigitte Box vorlag), die Brigitte Nr. 26. Im Grunde eine Weihnachtsausgabe. Und da Weihnachten für manche ein negativ besetztes Thema war, mussten wir mit ein wenig Vorsicht vorgehen und schauen, dass jeder ein annehmbares Teilprojekt für sich finden konnte.

Schritt 1. Planung und Struktur

Auch, wenn eine Zeitschrift zum einfach Loslegen einlädt, pochte ich auf Struktur. Wie lange nehmen wir uns Zeit? Wer arbeitet zusammen, wer alleine? Wie wollen wir die Ergebnisse präsentieren?

Zeitplan: Insgesamt standen 120min zur Verfügung.

30min um eine Übersicht zu schaffen, Teams und Themen zu bilden und sich ein Ziel zu setzen.

60min Bearbeitungszeit

30min Erst-Präsentation, mit der Option auf Fortsetzung in der nächsten Einheit.

Aus therapeutischer Sicht wollte ich mich gerne inhaltlich am Projekt beteiligen, musste aber auch sicherstellen, dass jeder Teilnehmer Unterstützung erhielt, wenn sie benötigt wird. Dies galt insbesondere für die individuelle Zielsetzung, die auch einen therapeutischen Nutzen mit sich bringen sollte.

Schritt 2. Inhaltsfindung und Zielsetzung

Es mag einfach klingen, aber „sich ein Ziel setzen“ ist eine recht komplizierte Sache, vor allem wenn man es nie „richtig“ gelernt hat. Als Orientierung weise ich immer auf die SMARTE Zielsetzung hin.

Schritt 3. Bearbeitungszeit
Schritt 4. Präsentation und Abschluss

// Teilnehmer-Projekte

Herr T. (ehemals freiberuflicher Grafikdesigner) konnte mit dem Thema „Frauenzeitschriften“ erst mal so gar nichts anfangen. Was ihn besonders ärgerte, war die Fülle an Werbung, die ein solches Blatt ausmacht. „Alles Verarsche! Warum fallt ihr da eigentlich immer drauf rein! Die wollen doch nur manipulieren!“ Er wolle errechnen, wie viele Seiten der Zeitschrift (in Prozent) für Werbung genutzt werden. Gemeinsam stellten wir fest, dass dies der Gruppe nutzen könnte, um sich gegen die Beeinflussung der Werbung (auch im Alltag) besser abzuschirmen. Zudem fand er hierin eine sehr gute Konzentrationsaufgabe, die ihm Spaß machte. Umsetzen wollte er sein Ziel wie folgt: Seiten einscannen, grafisch Werbeflächen markieren und Gesamtfläche errechnen. Ich musste grinsen, denn das war so gar nicht SMART.

Feststellung: Allein das Einscannen aller Seiten (knapp 200!) hätte mehrere Stunden in Anspruch genommen. Mit großem Bedauern musste er sein Projekt zur Seite stellen, konnte sich emotional aber nur schwer davon distanzieren (im Endeffekt nahm er es sich als Freizeit-Projekt vor und konnte somit seinen geliebten Hightech-Computer nutzen, ohne dies mit der alten Arbeit zu verknüpfen. Die Damen waren einerseits von seinen Fähigkeiten und seiner Genauigkeit begeistert, andererseits vom Ergebnis schockiert. Dies wurde in einer späteren Einheit diskutiert.)

Nächste Idee: 5 Seiten mit Modebeispielen einscannen und die Köpfe der Teilnehmerinnen einarbeiten, damit es so aussieht, als wenn sie die High-End-Mode, stylischen Frisuren und sündhaft teuren Schuhe selbst tragen würden.

Hierzu musste natürlich die Erlaubnis zur Bild-Nutzung der Teilnehmerinnen eingeholt werden. Die fanden die Idee allerdings so klasse, dass niemand lange zögerte. Eine Systemkamera liegt vor, ich fertigte ein Nutzungsschreiben an, das unterzeichnet wurde und es konnten die Bilder gemacht werden. Dies war dann schon eine größere Herausforderung für die Damen, denn nur eine von ihnen sah sich gerne selbst auf einem Bild oder nahm sich als „schön“ wahr. Im Rausche der Projektbegeisterung und Neugierde bezüglich des Bildbearbeitungsprojektes konnte jedoch jede von ihnen über ihren Schatten springen.

**Anmerkung: Es wurde ausschließlich auf hausinternem Material (Kamera, Pc ohne Internetanschluss) gearbeitet, um den Datenschutz sicherzustellen. Dass die genutzten Zeitschriften-Bilder eigentlich nicht weiterbenutzt werden dürfen etc. wurde ebenfalls in einer späteren Einheit thematisiert unter dem Titel „Mein Recht an meinem Bild“. Ein Thema, das für viele Social Media Nutzer noch Neuland ist.)

Projektübersicht2

Zielformulierung: in den nächsten 40min (mehr war nicht übrig) 4 Bilder für je eine Teilnehmerin einscannen, die aufgenommenen Bilder bearbeiten und einfügen. Danach die Bilder abspeichern und in der Gruppe präsentieren.

Achtsam war für ihn daran, dass es keine Bewertung „Du bist schön oder hässlich“ geben wird und dass man auf so altbackene Sätze wie „Kleider machen Leute“ nur bedingt viel geben sollte. Zudem nahm er sich vor, mindestens 2 Bewegungspausen durchzuführen und auf seine ergonomische Sitzposition am Pc zu achten. Er bat darum, dass ich auf diesen letzten Punkt als „Aufseher“ achten solle, die ihm dies noch sehr schwer falle.

Frau G., gelernte Bankkauffrau und Marathonläuferin, musste nach einer schweren Depression erkennen, dass sie lange Jahre versucht hatte, vor der Stille und den Gedanken in sich fortzulaufen. Für sie war es aktuell noch eine große Herausforderung, „einfach mal nichts zu tun“. Allein das Blättern in der Zeitschrift war für sie generell Zeitverschwendung, Tagträume waren für sie 20 Jahre lang verboten gewesen. Nun suchte sie sich folgendes Ziel heraus:

Eine Seite heraussuchen, die sie auf Anhieb anspricht und mit Natur zu tun hat. Dazu wolle sie in der verbleibenden Zeit eine Entspannungsgeschichte schreiben und das Bild als Unterstützungsmedium zur Visualisierung nutzen. Muss ich erwähnen, dass Urlaub zu machen oder gar einen Strandurlaub mit Rumliegen und Entspannen zu buchen bis dato in Frau G. Welt nichts zu suchen hatten? Ihre Geschichte, soweit sie sie in so kurzer Zeit schreiben konnte, wollte sie der Gruppe vorlesen oder sie ggf. in einer späteren Einheit zur Entspannungstraumreise einladen. ** Bei keinem der Teilnehmer lag hierfür eine Kontraindikation vor, ggf. wären die behandelnden Ärzte kontaktiert worden.

Frau D., die Dame die sonst nie bis zur Umsetzung der Rezepte kam, wollte sich genau dies vornehmen. In dieser Einheit alle Rezepte ausschneiden, ordentlich sammeln und sich auf ein Rezept festlegen (allein dies fiel ihr regelmäßig sehr schwer – Entscheidungen treffen). Als nächstes wurde die Einkaufsliste geschrieben, recherchiert wie viel so etwas kosten würde, welche Zutaten ersetzt werden könnten (z.b. für Laktoseintolerante oder Nuss-Allergiker) und was man für die Herstellung „werkzeugtechnisch“ braucht. Gerade der letzte Punkt war äußerst relevant, denn Frau D. vermied im Alltag alles, was mit mehr als einem Topf und einer Herdplatte herzustellen war, speziell Backen war ihr ein Graus. „Alles Zeitverschwendung, das kann man doch auch kaufen!“ Umsetzen wollte sie das Rezept dann in ihrer Freizeit und dabei besonders darauf achten, welche achtsamen Momente sie dabei finden konnte, diese in ihrem Achtsamkeits-Tagebuch notieren und den anderen vorstellen. Gerne inklusive der selbstgemachten Leckerei!

Frau S., eine sehr junge Patientin mit Angststörung und sehr hohen Vermeidungstendenzen speziell in sozialen Interaktionen, konnte nicht so recht etwas für sich finden. Die Gruppe war ihr mittlerweile vertraut genug, dass sie sich hier sicher und verstanden fühlte und freier ihre Meinung äußern konnte. Beim Durchblättern blieb sie bei den Leserbriefen, bei dem Essay „Was macht man, wenn man nichts mehr muss?“ und den Last-Minute-Geschenken hängen. Ich fragte sie, ob sie sich trauen würde, eine Buch-Rezension oder einen Leserbrief zu schreiben. Sie nickte, völlig in Gedanken verloren. Die Frage, ob sie sich auf trauen würde, dies zu veröffentlichen, verbiss ich mir vorher. Es arbeitete schon.

Die Zielformulierung: Heute noch einen Leserbrief zu den Geschenkideen und/oder dem Essay zu schreiben, je nachdem wie schnell es ihr von der Hand geht.

Frau K. war von all den Ideen der anderen so fasziniert, dass sie für sich selbst gar kein weiteres Thema suchen wollte. Als sehr verschlossene und zurückhaltende Person, die lieber still in der Ecke sitzt als mittendrin zu sein, nahm sie sich ein persönliches Hochleistungsziel vor: Mit der Kamera den Bearbeitungsprozess der anderen photografisch festzuhalten. Dazu musste sie den anderen Fragen stellen, es riskieren, jemanden zu unterbrechen oder „im Weg zu sein“. Ihre Stimme zitterte ein wenig, als sie die anderen um Erlaubnis fragte. Keiner hatte was dagegen, alle ermunterten sie, „Ganz viele Bilder zu machen“. Frau K. bot sich an, einen internen Report über das Projekt zu schreiben, damit es festgehalten wurde und nie wieder verloren ging.

Inspiration zum Entspannen und Hinein-Träumen:

Visionboard

//Ergebnisse:

Alle Teilnehmer erreichten ihre Ziele in der zur Verfügung stehenden Zeit, keinem war das genug. Wir vereinbarten, in der kommenden Einheit weiterzuarbeiten und bestehendes zu vertiefen.

„Ich habe gar nicht gemerkt, wie die Zeit verstrich und war fast ein bisschen böse, als Sie gesagt haben „Wir müssen aufräumen!“. Ich hätte lieber weitergemacht.“

„Ich hätte nie gedacht, dass ich mich jemals mit so einer Frisur sehen würde. Wäre für mich ja auch technisch gar nicht möglich gewesen, das hast du (an Herrn T. gewandt) wirklich klasse hingekriegt mit den eingeschränkten Möglichkeiten hier. Vielleicht traue ich mich ja auch mal, einen so frischen Haarschnitt auszuprobieren.“

„Ich hätte große Lust, den Leserbrief abzuschicken… der ist finde ich sehr achtsam geworden! Ich habe versucht, vor allem auf die Details im Essay zu achten, welche Worte genutzt wurden und wie sie die Situation beschrieben haben. Das war sehr ungewohnt, ich bewerte ja sonst immer so schnell… vielleicht kann ich diesen Stil beibehalten und in meine Tagebuch-Schreiberei übernehmen.“

„Also ich muss schon sagen, ich kann mir nicht vorstellen, dass mein Selbstgemachtes auch nur annähernd aussehen könnte wie auf dem Bild da! Geschweige denn, wie ich solche Fotos hinbekommen soll… das ist schon sehr spannend, was man mit einer Kamera so alles machen kann. ABER ich werde mich zu Hause am Backen versuchen und IHR müsst das dann essen, komme was wolle! Und wenn es nur ein schwarzer Haufen Asche ist…“ Anmerkung: War es nicht. Es war lecker. Und es sah wirklich nicht aus wie auf dem Foto ;).

„Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so lange mit so ein paar Seiten beschäftigen könnte.“

„Außerhalb dieses Projekts oder meiner Rolle als Störenfried hätte ich mich niemals getraut, einen anderen so zu dirigieren: Mach mal so, halt das mal da hin, wir brauchen mehr Licht… Ich habe euch sogar dazwischengegriffen, wenn ich glaube, damit ein besseres Bild zu bekommen! Ein bisschen schlecht hab ich mich dabei gefühlt, aber die Ergebnisse sind super geworden, also kann es so falsch ja nicht gewesen sein.“

Entspannung AchtsamkeitNatur (1).png

//Take-Aways:

  • Eine anwendungsbezogene Entspannungsgeschichte
  • 4 Fotos für die Teilnehmerinnen in neuem Styling (die hier aus Datenschutzgründen nicht dargestellt werden)
  • Ein Leserbrief, der vorgelesen wurde
  • Ein Projekt-Ordner, der immer wieder mal erweitert wird
  • Massenhaft Inhalte für weitere Stunden

//Therapeutische Zusammenfassung:

Die hochkonzentrierte Stimmung im Raum, gemischt mit gelegentlichen Sprüchen, Fragen und Ideenaustausch war herrlich. Selten habe ich meine Teilnehmer so aktiv und gleichzeitig so entspannt gesehen. Die Herausforderung, Bewertungen einmal von vorneherein auszuschließen, war groß – und konnte sich nach Erreichen dieses Ziels von allen angenommen werden.

Das Setting als Team-Projekt, in dem jeder seinem eigenen Teil nachgehen konnte, ermöglichte die Arbeit an den vielerlei Schwerpunkten. Um den Text jetzt nicht noch länger zu machen, erspare ich uns die Aufschlüsselung nach ICF… aber ich bin mehr als nur zufrieden mit dieser Therapieeinheit, die uns so viel Input gegeben hat, dass auch die nächsten Stunden gut gefüllt waren. Besonders froh bin ich darüber, dass wir nicht nur auf die klassischen Materialien „Papier und Pappe“, „Farben“ und „Holz“ zurückgegriffen haben, sondern klienten- und kompetenzzentriert an alltagsrelevanten Inhalten arbeiten konnten.

Der Transfer von Therapieinhalten in den Alltag ist stets ein großes Ziel. In diesem Falle waren die Patienten von sich aus hochmotiviert, ihre Freizeit mit sinnstiftenden, gesundheitsfördernden und aktivierenden Tätigkeiten zu füllen. Wer mit psychisch erkrankten Menschen arbeitet, der weiß, wie viel das bedeutet.

//Weitere Ideen:

  • Bilder-Collagen zu verschiedenen Themen
  • Besondere Sätze herausschreiben/journalen
  • Seiten als Geschenkpapier für Kleinigkeiten
  • Ausschnitte als Dekoelemente für Karten/Tagebucheinträge
  • (Kreuzwort-)Rätsel im Sinne des kognitiven Trainings verwenden
  • An beworbenen Gewinnspielen oder Kursen/Veranstaltungen teilnehmen
  • Bücher/CDs probelesen/-hören
  • (moderierte) Diskussionen über Schwerpunktthemen
  • Leserbriefe einschicken
  • nach „Vorlage“ selbst Texte schreiben
  • Kochen und Backen nach Rezept

Vielen Dank an meine grandiosen Teilnehmer für ihre Offenheit, ein Achtsamkeitsexperiment der anderen Art auszuprobieren.

Einen lieben Gruß auch an das BRIGITTE-Team. Ich hoffe, diese ungewöhnliche Verwendung ihrer Zeitschrift ist okund Sie fühlen sich nicht angegriffen – eine negative Bewertung irgendwelcher Details war uns im achtsamen Sinne gänzlich fern.

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