Wie Gedanken auf den Körper wirken

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„Stress is not what happens to us. It is our response to what happens. And response is something we can choose.“

Manchmal habe ich das Gefühl, die ganze Welt vieler Menschen besteht nur noch aus Stress. Egal ob „nur“ Mutter oder leitender Oberarzt in einem Klinikum:
Alle hetzen von A nach B um „nur mal kurz“ C oder D zu tun und sich danach „noch schnell“ mit X oder Y zu treffen.Kommt dir bekannt vor? Dann lies weiter und erfahre, was Stress (zum Glück) mit deinem Körper macht und finde heraus, warum du besonders schlecht schläfst, wenn morgen ein Stress-Tag wird.

 

Das erschreckende daran ist für mich immer wieder, dass ich am eigenen Leib erfahren habe, wie viel dabei verloren geht. Ich habe es nicht gemerkt, als ich in diesem Hamsterrad gesteckt habe – das kam erst, als sich Ruhe einstellen durfte… aber dazu an anderer Stelle mehr.Gepaart mit dem Wissen aus meinem Studium, wird die ganze Geschichte noch viel erschreckender:
Was dich stresst, ist individuell verschieden. Manche Menschen bekommen einen halben Herzriss, wenn sie eine Spinne an der Wand sehen, andere werden panisch, wenn sie ihr Handy zu Hause vergessen haben und bereits im Zug sitzen. Von wirklich „klassischen“ Stress-Auslösern wie lebensgefährlichen Unfällen möchte ich gerade gar nicht sprechen.

 

Wichtig zu wissen: Das, was in unseren Köpfen losgeht, wenn wir gestresst sind, ist ziemlich universal ist. Da werden spezielle Botenstoffe und Hormone ausgeschüttet, ganz vorne mit dabei Adrenalin. Das wiederum löst eine typische Stressreaktion im gesamten Körper aus: Die Muskeln werden in Einsatzbereitschaft versetzt, damit wir entweder fliehen oder kämpfen können. Um zu arbeiten, benötigen sie Brennstoffe, also werden im Blut Zucker und Sauerstoff bereitgestellt und schnellstmöglich zu den Muskeln transportiert – darum müssen wir schneller atmen und unser Herz schlägt schneller und fester. Unser Schmerzgefühl wird runterreguliert, ebenso unser Verdauungstrakt. Alles typische, häufig untersuchte, absolut gesunde Reaktionen des Körpers.

Spannend ist allerdings, dass diese Reaktionen auch starten, wenn wir nur an eine stressauslösende Situation DENKEN! Ganz richtig, ich muss gar nicht auf dem Zahnarztstuhl liegen und den Bohrer hören und sehen, es reicht schon, wenn ich ihn mir vorstelle (ich bekomme tatsächlich gerade schwitzige Hände).

 

Merkst du was? Das ist eine ziemlich doofe, wenn auch geniale Eigenschaft unseres Gehirns. Heißt zusammengefasst: Woran ich denke beeinflusst meinen Körper.

 

Einer meiner Professoren erzählte immer die Geschichte einer gerontopsychiatrischen Patientin: Wenn sie gemeinsam spazieren gingen, wirkte sie immer sehr traurig und depressiv. Einmal fragte er sie, woran sie denke, dass sie so traurig sei. Sie antwortete: „An meinen Mann, der mich immer geschlagen hat.“ Auf die Frage, ob ihr Mann noch lebe, verneinte sie: „Nein, er ist schon seit über 10 Jahren verstorben.“

 

Was war deine erste Reaktion auf die Geschichte? Ich hoffe, du findest gewisse Parallelen zu deinem Alltag, die hoffentlich nicht so tiefgreifend sind wie die hier beschriebenen.
ABER: Dieser Gedanken-Stress-Mechanismus kann der Grund dafür sein, dass du schlechter schläfst – einfach weil du vor dem Schlafengehen darüber nachdenkst, was du morgen alles noch machen musst. Oder, oder, oder.

Was kann dabei jetzt helfen?

  1. Achtsamkeitsübungen, die deine Gedanken trainieren, im Hier und Jetzt zu bleiben.
  2. Sport & Bewegung, denn sie bieten dem Körper die Möglichkeit, abzuspannen und die bereitgestellte Energie sinnvoll zu nutzen
  3. Eine Kombination aus beidem, ha!
  4. Visuell anstrengende oder ansprechende Tätigkeiten, die deine Gedanken a) ebenfalls im Hier und Jetzt halten und b) das Gefühl von Selbstwirksamkeit erhöhen können. Zum Beispiel: Tetris spielen, Zeichnen & (Ab-)Malen, puzzlen, einen Text aus einem Buch laut vorlesen…
  5. Listen aufschreiben, damit du sicher bist, nichts zu vergessen. Frei nach dem Motto: „Damit kann ich mich morgen beschäftigen, jetzt gehe ich schlafen.“ Tipp: Die Zettel dürfen gerne angemalt und bekritzelt werden ;).

 

Experiment:

Nimm dir ein Stück Papier und zeichne einen Gegenstand ab, der vor dir liegt (z.B. deinen PC, das Handy, einen Baum, was auch immer). Bevor du beginnst, schau auf die Uhr und notiere dir die Startzeit. Wenn du fertig bist, schau wie viel Zeit vergangen ist. Versuche, während des Zeichnens „nur Augen für dein Objekt“ zu haben, alles drum herum ist unwichtig. Es wird ja nicht lange dauern, so viel Zeit muss sein.

Fertig? Glückwunsch, du hast gerade eine Konzentrationsübung absolviert. Wie lange hast du gebraucht? Was hast du gemacht? Gedanken dabei und Ergebnisse gerne in einer Mail an info@ergomaniacs.de.
Lass uns diskutieren, ob und wenn was das ganze für dich bringen kann!

Wenn du wissen möchtest, was das ganze mit Ergotherapie zu tun hat, dann lies hier weiter.

Hier ein paar Inspirationen für Mal-Freudige und Kreativlinge! Viel Spaß euch!
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